Genau 267 Tage lang feiert Menzberg bereits das Jubiläumsjahr zum 200 jährigen Bestehen des Dorfes und der Kirche. Während diesen Tagen, Wochen und Monaten erlebte das Dorf viele Höhepunkte wie die Neujahrskonzerte von Marie Louise Werth sowie der Musikgesellschaft Menzberg. Im Juni feierte die Ausstellung „200 Jahre Dorf und Pfarrei Menzberg“ Vernissage. Daran reihte sich mit dem Freilichttheater „Brand i de Chele“ ein weiterer Höhepunkte in diesem Jubiläumsjahr.
Pfarrer Schnider (r, Stefan Schärli) spricht mit Richi Häfliger (Franz Vogel) über den Bau einer Kirche in Menzberg.
„Brand i de Chele“ ist ein Theaterstück von Xaver Vogel–Metry und erzählt die Geschichte des Menzbergs. Im August wurde es insgesamt acht Mal aufgeführt, was hunderte gespannte Zuschauer auf den Menzberg lockte und jenen die Gründung und die Geschichte des Dorfes näher brachte.
Im Vorfeld des Freilichttheaters konnten in regionalen, wie überregionalen Medien Hintergründe vernommen werden. Der Menzberg war durch das Jubiläumsjahr und vor allem durch das Freilichttheater überall präsent und zog die Aufmerksamkeit bis über die Kantonsgrenzen auf sich.
Das Stück beinhaltete insgesamt 25 Rollen. Die meisten der Schauspieler kommen vom Menzberg oder haben einen anderweitigen Bezug zum Ort. Mehrere Generationen stellten dieses Glanzstück auf die Beine und spielten miteinander, als ob sie nie etwas anderes gemacht hätten. Neben den Rollen gab es ebenso viele Statisten, die meisten auch von Menzberg. In zwei von gesamthaft acht Szenen standen so insgesamt rund 50 Personen gleichzeitig auf der Bühne.
Reportage über den Kunstbuchautor Christoph Bühler
Reportage von Elias Vogel
Der Menznauer Christoph Bühler (42) ist bereits seit vielen Jahren an Kunst aus aller Welt interessiert. Vor rund zehn Jahren traf er im Romero Haus in Luzern auf den Künstler Fishel Rabinowicz. Aus dieser Begegnung entstand eine enge Freundschaft die Christoph Bühler seither zum Künstler und dessen Familie pflegt. Fishel Rabinowicz hat als Häftling in mehreren Konzentrationslagern im 2.Weltkrieg viel Schlimmes erlebt und verarbeitet dies in seinen Kunstwerken. Diese sehr bewegende Lebensgeschichte des Künstlers Fishel Rabinowicz hat Christoph Bühler nun niedergeschrieben und zu einem Buch zusammengefasst. Noch bevor dieses Buch der nationalen wie internationalen Kunstszene vorgestellt wird, beantwortete er der 3dp einige Fragen.
Kunstbuchautor Christoph Bühler mit dem Künstler Fishel Rabinowicz und seiner Frau Henny
Die Biographie des Künstlers Fishel Rabinowicz ist eine sehr bewegende Geschichte einer Person, die in der Zeit des 2.Weltkrieges beinahe seine ganze Familie durch den Holocaust verloren hatte. Er selbst war während mehreren Jahren als Häftling in verschiedenen Konzentrationslagern inhaftiert. Trotz Todesangst, Hunger, Verzweiflung überstand er diese qualvolle Zeit und wurde als 21-jähriger von der roten Armee in Buchenwald befreit. An gewisse Dinge mag sich der heute 86-jährige, der mit seiner Frau Henny (86) seit 1952 in Locarno wohnt, nicht mehr erinnern. Seine Bilder widerspiegeln aber viele Erlebnisse seiner jüdischen Brüdern und Schwestern während des Holocaust. Die Kunst die Fishel Rabinowicz macht ist in Anlehnung an die Kabbala (bzw. Gematria). Die Gematria ist der Versuch einer mystischen Buchstabenauslegung.
Die Buchstaben werden entsprechenden Zahlenwerten zugeordnet, mit welchen wiederum verborgenen Bedeutungen eines Textes ermittelt werden können. .Als Laie braucht es die nötigen Erklärungen oder Kenntnisse aus der hebräischen Lehre. Von dessen Art von Kunst und dem Künstler Fishel Rabinowicz ist Christoph Bühler nun seit mehreren Jahren sehr fasziniert. In folge dessen hat er zusammen mit einem Kunstbuchverlag während der letzten Jahre ein Buch verfasst, welches das Leben und Werk von Fishel Rabinowicz wiedergibt und die Bilder die daraus entstanden sind, aufzeigt und erklärt.