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Genauso wie es mir gefiel, dass wir zum Spielen mehrere Hektaren Wald und Wiesen zur Verfügung hatten. Jedoch wurde auch ich erwachsen und irgendwann wurde es unumgänglich, das friedliche Nest zu verlassen und die weite Welt zu entdecken. So zog ich schliesslich trotz allen Vorwarnungen in die Grossstadt. Ich war auf alles gefasst, denn wie ich ja bereits gehört hatte, ist die Stadt voller Dreck, Lärm und kriminellen Gaunern. So machte ich mich auf, bewaffnet mit Pfefferspray und Ohropax und erwartete das Schlimmste. Überraschenderweise wurde ich morgens jedoch nicht etwa von Autos, sondern tatsächlich von Vogelgezwitscher geweckt. Irgendwie scheint es mir bis heute, dass die Vögel in der Stadt gar lauter zwitschern als auf dem Land. Vom Balkon aus konnte ich ins Grüne blicken und sogar die Aussicht auf den Gurten geniessen. Und wider aller Erwartungen waren meine Nachbarn keine Drogendealer sondern lustige Studenten und liebenswerte Senioren, die mich im Treppenhaus jeweils freundlich grüssten. Nachdem alle meine Vorurteile ausgeräumt waren, entdeckte ich, dass das Stadtleben sogar Vorteile mit sich bringt. Stellen Sie sich vor, man kann dort einkaufen gehen, ohne ins Auto steigen zu müssen! Mit dem Velo zur Uni, in die Migros und in den Ausgang – das hat schon was. Gut ich muss zugeben, dass es auch Nachteile hat, in der Stadt zu wohnen. So habe ich mich mehr als einmal geärgert, als der Postbote die Pakete nicht einfach beim Nachbarn abgab, sondern zurück in die Poststelle nahm, weil ich nicht zu Hause war. Bei fehlerhaften Adressen wurden manche Briefe überhaupt nicht zugestellt. Auf dem Land kommen Briefe ja bekanntlich selbst dann an, wenn sie ohne Strasse und Postleitzahl adressiert sind. Zumindest wenn man nicht gerade Müller oder in unserem Fall Emmenegger oder Riedweg heisst. Später wird es mich vermutlich trotzdem wieder aufs Land ziehen, sei es aufgrund des „Eintrichterns“ in meiner Kindheit, dass es dort so schön ist oder weil mir das ruhige Leben auf dem Land tatsächlich mehr zusagt.