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Mehr denn je wird die Propaganda ein entscheidendes Kriterium für die Wahlchancen sein. Werbeplakate, Parteiveranstaltungen und Flyer verteilende Kandidaten werden schlussendlich über den Ausgang der Wahlen bestimmen. Für wen soll man sich denn nur entscheiden bei dieser grossen Auswahl? Die Versprechen der Kandidaten erscheinen austauschbar. Ausschliesslich alle garantieren eine bessere Zukunft. Die Visionen der Kandidaten kennen dabei keine Grenzen: Mehr Arbeitsplätze, höhere Löhne, tiefere Steuern. Dass diese Versprechen nie erfüllt werden können, sind sich die Wähler längst bewusst. Trotzdem sind die hohen Werbeausgaben lohnenswert. Möchte ein Kandidat in Luzern einen der zehn begehrten Sitze ergattern, muss er erfahrungsgemäss 50‘000 – 150‘000 CHF aufwerfen. Unbekannte Kandidaten mit geringen finanziellen Mitteln haben hingegen kaum Wahlchancen. Zahlungskräftige Sponsoren sind für die Wahl scheinbar bedeutungsvoller als politische Ideologien. Die Werbeausgaben steigen somit von Jahr zu Jahr. Tatsächlich gibt es jedoch einige Gegentendenzen. Das Internet bietet den Kandidaten die Möglichkeit, sich den Wählern ohne finanziellen Aufwand näher zu bringen. So gibt es bereits einige bekannte Kandidaten die fast ganz auf Plakatwerbungen verzichten und den Wahlkampf auf das Internet und den persönlichen Kontakt zu den Wählern begrenzen. Immer bedeutungsvoller werden auch Plattformen wie Smartvote. Diese Wahlhilfen bieten den Wählern die Möglichkeit, ihre Interessen mit denjenigen der Kandidaten zu vergleichen. Dadurch kann ermittelt werden, welche Kandidaten die eigene Meinung am besten vertreten. Möglicherweise können diese Entwicklungen in den digitalen Medien den unerbittlichen Marketingkampf etwas dämpfen. Bleibt nur noch zu hoffen, dass die neuen Nationalräte ihr Wahlkampf-Lächeln nicht bereits beim ersten Auftritt in der Arena wieder verlieren.








