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In die Schweiz
Ende 1997 nahmen sie und ihr Bruder an einer Meisterklasse des hervorragenden Violinisten Tibor Varga in St. Petersburg teil. Er bot Marina Yakovleva an, sie an seiner Geigenakademie in Sion fortzubilden. Bereits eine Woche später erhielt sie die Zusage, dass er für sie ein Stipendium organisieren konnte. Ohne Sprachkenntnisse und ohne Organisation machte sie sich auf den Weg in die Schweiz. Bereits die Zugfahrt, ohne Fahrplan lesen zu können, und die Ankunft in Sion ohne empfangen zu werden, waren ein Erlebnis für die damals 22-jährige. Die folgenden drei Jahre waren für Marina nicht nur sehr ereignisreich sondern vor allem sehr erfolgreich. Sie hat in Grand Montana, Zermatt, in der Victoria Hall in Genf, im Kasino Basel und auf vielen weiteren Bühnen der Schweiz gespielt. Sie gewann grosse Wettbewerbe und brachte ihre Solokarriere voran. Unterstützt wurde sie dabei immer von der Stiftung Lyra, die vom Bankier Dr. Hans Vontobel gegründet wurde. Nach drei Jahren am Konservatorium in Sion erhielt sie das Konzertdiplom mit Auszeichnung. Während des Studiums war sie Assistentin von Tibor Varga und unterrichtete junge Schüler in der Akademie. Danach ging sie ans Konservatorium in Lausanne, wo sie von Pierre Amoyal unterrichtet wurde. Währenddessen reiste sie nach Neuseeland und Südafrika, um wiederum Konzerte zu geben und an Wettbewerben teilzunehmen. 2004 erhielt sie das Solistendiplom, und im folgenden Jahr die Auszeichnung in der Meisterklasse für Kammermusik.

Sicherheit vor Freiheit
Marina Yakovleva war als Solistin, Konzert- und Kammermusikerin überall unterwegs. Sie bemerkte allerdings, dass sie eine Festanstellung in einem Orchester brauchte, wenn sie ein solideres und stabileres Leben führen wollte. Aus diesem Grund bewarb sie sich während des Studiums in Lausanne für eine Orchesterstelle im Opernhaus Zürich. Bei den Probespielen hat sie sich gegen 300 Mitbewerber durchgesetzt und wurde im Orchester aufgenommen. Im Opernhaus Zürich ist sie bis heute gut aufgehoben. Sie bekam Unterstützung und konnte weiterhin frei arbeiten. Sie konnte ihre Karriere weiter vorantreiben und hat gute Kollegen gefunden. Mit zwei Kollegen gründeten sie das Klaviertrio „The Swiss Trio“. Weiterhin ist sie als Solistin unterwegs und verfolgt eigene Projekte wie das Musizieren mit ihrem Bruder oder dem „The Swiss Trio“. Dr. Hans Vontobel unterstützt sie nach wie vor persönlich bei ihren musikalischen Projekten. Ihr Mann Traugott und seine Kollegen aus Menznau und Umgebung begleiteten sie an Konzertreisen nach Russland und lernen dabei Land und Leute kennen.

Die Familie Musik ist ihre Berufung und dazu braucht es ein harmonisches Umfeld. Vor drei Jahren hat sie Traugott Häfliger durch Freunde kennen gelernt. Als sie ihn zu einem Konzert in die Tonhalle Zürich eingeladen hat, begann ihre gemeinsame Geschichte. Und als sie kurz darauf gemeinsam in die Berge gingen, lernte sie auch seine Welt kennen. So ist sie nach Menznau gekommen. Die 36-jährige lebt nun seit drei Jahren in Menznau und hat mit Traugott Häfliger eine Familie gegründet. Sie haben eine kleine Tochter. Marina mag das ländliche Dorf, und dass man den Käse beim Käser und das Fleisch beim Metzger besorgen kann. Sie liebt die Natur, in welche sie sich für ihre dritte Leidenschaft, den Sport, gerne zurückzieht. Täglich läuft sie oder macht Fitness und Wellness zum Ausgleich. Neben dem Dorfleben geniesst sie es, zur Arbeit in ihre Zürcher Stadtwohnung zu fahren, denn in der Stadt ist sie aufgewachsen. Der Wechsel zwischen Menznau und Zürich ist daher die perfekte Balance für die junge Mutter. Und durch die Unterstützung ihres Mannes Traugott, ihrer Mutter, welche ihre eigene Musikerkarriere zugunsten ihrer Kinder zurücksteckte, und ihrer Schwiegermutter kann sie diese Balance halten und Familie mit Karriere vereinen.
Marina Yakovleva hat wieder Ideen für neue Projekte. In Zukunft plant sie zusätzlich zu ihren eigenen Aktivitäten als Violinistin, Geigen-Unterricht speziell für Kinder anzubieten.