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Ich war gerade mal drei Monate im Ausland, 900 Meilen weg von Zuhause, in einem Land mit schwarzhumorigen Menschen und deren gar nicht so schwarzen, jedoch völlig anderen Traditionen und durfte den wohl wichtigsten Feiertag der Engländer miterleben: Weihnachten. Schon im November war unser Wohnzimmer zugestellt mit Weihnachtskarten von Verwandten und Bekannten, Strassen und Häuser wurden mit bunter Weihnachtsbeleuchtung verschönert (wobei ich zugeben muss, dass mich das Ganze im Endeffekt eher an Fasnacht erinnert hat) und auch der alte Klassiker von 'Charles Dickens' - 'A Christmas Carol' - wurde wieder hervorgeholt und vom Staub befreit. Während der Adventszeit haben wir 'Mince Pies' statt Weihnachtsguetsli gebacken und zum Weihnachtsessen wurden Knallbonbons ('Crackers') losgelassen, bevor ich dann in meinem Stück Kuchen eine kleine Münze - ein sogenanntes 'Charm' - fand, das mir viel Reichtum für das kommende Jahr prophezeite. Diese und noch viele andere kleine, bis dahin unbekannte Weihnachtsgesten, prägten meine Adventszeit in England. Ich wurde in dieser Zeit oft gefragt, ob ich über die Feiertage nach Hause in die Schweiz ginge und als ich verneinte, hat mich manch mitleidiger Blick getroffen. Ich konnte dieses Mitleid nicht ganz nachvollziehen, denn ist nicht das Schönste an Aufenthalten in fremden Ländern, dass man neue Sachen und neue Traditionen entdecken darf? Ich glaube, dass man ein Land und seine Leute nur dann richtig kennenlernen kann, wenn man sich kopfüber hineinstürzt und mitreissen lässt. Und genau das habe ich getan: Ich habe 'englisch' gelebt und wie ich jetzt hier sitze und diesen Text verfasse, mit all diesen Erinnerungen an vergangene Zeiten, kommt bei mir doch tatsächlich ein Bisschen Fern(Heim-)weh auf.