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Unbekannte Bekannte

Mai 05|2011

Den Krieg hautnah erlebt

Marija Imobersteg blickt zurück in die Vergangenheit

Bericht von Irene Reis
1945 kam Marija Imobersteg mit ihrem Mann Johann und ihren drei Kindern aus Lettland in die Schweiz. Diese Reise war alles andere als einfach. Die junge Familie war zusammen mit unzähligen anderen Kriegsflüchlingen acht Monate auf der Flucht, bis sie das sichere Land, aber dennoch die unsichere Zukunft erreichten. Heute lebt die 92-jährige in Menznau und geniesst zufrieden ihr Leben.

1105 Unbekannte Bekannte
Marija Imobersteg wohnt in Menznau, ist aber ursprünglich aus Littauen.
Marija Imobersteg sitzt in ihrem Sessel in ihrer Menznauer Wohnung, als sie beginnt ihre ungewöhnliche, ergreifende und gleichzeitig schreckliche Geschichte zu erzählen. Vor 67 Jahren, im Jahre 1944 hat der zweite Weltkrieg auch das Schicksal vieler Letten beeinflusst. So auch das der Familie Imobersteg. Damals musste die 27-jährige Marija mit Johann und ihren drei kleinen Kindern das Dorf verlassen, weil Angriffe durch die Sowjetunion drohten. Die Kinder waren zu diesem Zeitpunkt gerade einmal zwei, vier und sechs Jahre alt. Innerhalb von zwei Tagen haben sie Ross und Wagen vorbereitet und das Nötigste gepackt. Dann mussten sie weg.

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Unbekannte Bekannte

Februar 02|2011

Schweizer Emmentaler in Südamerika

Unbekannte Bekannte

Bericht von Luzia Mahnig
Seit zwölf Jahren lebt Peter Stampfli in Südamerika. In Bolivien arbeitet der gebürtige Geisser als Käser. Nun errichtet er eine neue Käserei. Um ihm beim Neubau zu helfen, sind 13 Handwerker aus der Gemeinde Menznau nach Bolivien gereist.
Das Heim
Im Jahr 1999 verliess Peter Stampfli (42) Geiss, um Südamerika kennenzulernen. In Bolivien fand er einen Job als Käser bei der Schweizer Entwicklungshilfe. Durch diese Stelle erhielt er einen guten Einblick in die Kultur des Landes und die Mentalität der Bevölkerung.
1102 Unbekannte BekannteGruppenfoto des Bautrupps: hinten, vlnr: zwei einheimische Bauarbeiter, Patrick Marti, Alfred Bossard, Alois Schaerli, Erwin Brunner, Manuel Egli, Leo Hofmann, Jakob Stirnimann, Josef Kurmann
unten vlnr: Rene Wermelinger, Marco Gloggner, Patrick Wicki, Fredy Matter, Steffi Wermelinger
Das Leben in Bolivien unterscheidet sich stark von demjenigen in der Schweiz. Bolivien ist eines der ärmsten Länder Südamerikas. Der grösste Teil der Bevölkerung verdient nur knapp genug um den eigenen Lebensunterhalt zu decken. So bleibt kaum Geld für Freizeitvergnügen wie Reisen, Kino- und Restaurantbesuche. Dafür trifft man sich in der Freizeit oft mit Freunden auf der Plaza. Dieses unkomplizierte Leben gefällt Peter Stampfli, obwohl er sich als Schweizer zuerst an die Gelassenheit der Bolivianer gewöhnen musste. So hat er schnell gelernt, dass Pünktlichkeit nicht so genau genommen wird. Bei einer Einladung zu einem Geburtstag trifft man am Besten erst zwei Stunden nach vereinbarter Zeit ein, um nicht vor dem Geburtstagskind an der Party zu erscheinen.

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Unbekannte Bekannte

Oktober 10|2010

Mit Viktor Röthlin auf Erfolgskurs

Unbekannter Bekannter, Daniel Troxler Physiotherapeut

Bericht von Elias Vogel
Es war im Jahre 1975 als der heute 51-jährige Daniel Troxler von Menznau wegzog. Zusammen mit seinen Geschwistern wuchs er auf dem Bauernhof "Neuhüsli" auf, wo heute die Rickenhalle steht. Der gelernte Bäcker-Konditor arbeitet heute als Physiotherapeut auf dem ganzen Globus. Zu seinen Patienten gehören zahlreiche schweizer Spitzensportler. Andre Bucher, Anita Weiermann, Marcel Fischer oder Viktor Röthlin, sie alle durften auch dank ihrem Physiotherapeuten Daniel Troxler grossartige Erfolge in ihrer Karriere feiern.

1010 Oktober Unbekannte Bekannte
Daniel Troxler und Viktor Röthlin sind ein unschlagbares Team.
An seine Jugend in Menznau erinnert sich Daniel Troxler gerne. Er erlebte eine unvergessliche Kindheit. Im Winter konnte man problemlos die Schlitten nehmen und ohne auf den Autoverkehr aufpassen zu müssen Talfahrten in Angriff nehmen. Auch sonst gefiel es ihm in Menznau sehr gut. Auch heute noch besucht Daniel Troxler regelmässig in Menznau seine Eltern, Geschwistern und sein Patenkind. Wenn es die Zeit zulässt nimmt er auch gerne an Klassenzusammenkünften teil, um die Erinnerungen an seine Schulzeit aufzufrischen.

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August 08|2010

Ordensschwester der heiligen Familie Marie-Therese Bättig

Unbekannte Bekannte

Bericht von Irene Reis
Vor 51 Jahren entschied Marie-Therese Bättig sich, der Ordensgemeinschaft Missionsschwestern der heiligen Familie anzuschliessen. In diesen 51 Jahren kam sie rund um die Welt.

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Schwester Marie-Therese vor dem Ordenshaus in Reussbühl.
Marie-Therese Bättig wurde im November 1938 in Menznau geboren. Sie lebte 15 Jahre lang mit ihrer Familie „i de Gige“, unter dem Gassmeshuser-Wald. Nachdem sie in Menznau die Primar- und Sekundarschule absolviert hatte, zog sie für 2 Jahre ins Unterdorf. Dort arbeitete sie in einer Familie. Nachher entschied sie sich dann für einen Wallisbesuch. Dort arbeitete sie in der Küche in einem Heim für Kinder. Im Wallis fing sie dann auch an, sich für Ordensschwestern zu interessieren. Als sie in Zeitungsinseraten nicht fündig wurde, meldete sie sich bei den Patres in Werthenstein. Nachdem sie von dort Prospekte erhalten hat, besuchte sie einen Pater. Dieser suchte Schwestern für eine Mission, seine Meinung war: „Ein Kloster ohne Schwestern sei wie eine Familie ohne Mutter“. Das Anmelden als Novizin war aber eine schwere Entscheidung, denn zu dieser Zeit gab es in der Schweiz noch keine Ordensschwestern. Deshalb musste sie in Holland als Novizin anfangen. Nach diesen 4 Novizenjahren kam sie dann der Schweiz wieder etwas näher und zog ins Dorf Bremen. Dort machte sie eine Ausbildung zur Hauswirtschaftsköchin. Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie in einem Spital in Bremen als Köchin und später als Hausoberin. 1970 zog sie dann nach Mainz, da in Bremen die Schwestern das Spital aufgaben. In Mainz machte Schwester Marie-Therese eine 3 jährige Ausbildung zur Pastoralassistentin mit Fachhochschul-Abschluss. Nach diesem Abschluss arbeitete sie auf diesem Beruf in einer Pfarrei in Mainz. Speziell für sie in den ersten 10 Jahren war, dass man in der Ordenstracht lebte. Dies wurde vor ihrer Zeit in Chile abgeschafft.

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Mai  05|2010 

Pfarrer Franz Erni über seine Erlebnisse in Peru

Unbekannte Bekannte

Bericht von Irene Reis
Während 10 Jahren von 1989 bis 1999 lebte Pfarrer Franz Erni in Peru. Was er und Hedi Studer in dieser Zeit dort erlebt haben, berichtet er der 3dörferpost:
1005 Mai ub
Die Pastoralequippe (v.l.n.r.):  drei enge Mitarbeiter, Dr. med. Pepe Ruedas, Hermana Hedi (Hedi Suter) , Padre Francisco (Pfarrer Franz Erni).

Seit langem habe ich die Rundbriefe von Missionaren und Entwicklungshelfern gelesen. 1980 besuchte ich in Peru die Fidei-Donum-Priester Benno Graf, Franz Gmür und Markus Degen. Dadurch verstärkte sich der Wunsch, dort auch einige Jahre im Sinn der Befreiungstheologie und ihrer „Option mit den Armen“ zu arbeiten. Die Motivation war, an einer ganzheitlichen Entwicklung der benachteiligten Mitmenschen mitzuwirken. Also nicht nur Seelsorge, sondern Menschen-sorge. So haben Hedi Studer und ich die Vorbereitungskurse bei Interteam und der Bethlehem Mission Immensee (BMI) besucht. Wir schlossen uns für den zehnjährigen Einsatz der BMI an, weil sie bereits Erfahrung mit Teams aus Laien-Fachleuten und Priestern hatte.


Unsere Aufgaben

Unsere Bereiche waren: Pastoral, Bildung, Gesundheit und technische Projekte. Die Arbeit in der pfarreilichen Pastoral war ähnlich wie in der Schweiz, allerdings ganzheitlicher. In den einzelnen Dörfern ergänzten uns die Animadores (KatechetInnen). Sie hielten wöchentlich eine Besinnungsstunde im Gemeindelokal oder bei sich zu Hause.


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April  04|2010

Josepha Bühler (1808-1853), ermordet in Zürich

Unbekannte Bekannte

Bericht von Matthias Setz
Im Jahre 1853 wurde Josepha Bühler, eine gebürtige Menznauerin, durch einen Schlossergesellen (Johannes Meidel) ermordet. Aus dem Aufsatz “Frühe Polizeifotografien im Mordfall Meidel – Das Milieu «fahrender» Dienstboten und Arbeiterinnen“ von Martin Gasser und Meinrad Suter (2006) sind einige interessante Fakten über das Leben von Josepha Bühler zu entnehmen.

Von Interesse war der Fall für die beiden Autoren wegen der Schwere des Delikts und weil zu dessen Aufklärung wohl erstmals in Zürich das Mittel der Fotografie eingesetzt wurde. Uns interessiert dabei aber mehr das Leben von Josepha Bühler und ihr Bezug zu Menznau. ms. “Josepha «Seppe» Bühler, katholisch, gebürtig von Menznau im Kanton Luzern, stammte (gemäss einer Zeugin) aus durchaus honetter Familie. Um 1830 heiratete sie den Beckerknecht Johann Huber von Grosswangen, Amt Sursee, genannt Kälberhans. Sie gebar einen Sohn, die Ehe aber war unglücklich und wurde 1834 geschieden. Später führte Josepha Bühler ein unstetes und zügelloses Leben, hatte uneheliche Kinder. Im Luzernischen war sie übel beleumdet. Sie besass nichts, vielmehr belastete sie mit ihren Kindern die heimatliche Waisengemeinde. In Grosswangen hatte sie einen Vormund. In der Zeit vor dem Sonderbundskrieg 1847 weilte sie in Luzern. Spätestens im Sommer 1852 hielt sie sich in Zürich auf, als Strohflechterin. Das Polizeiregister von Riesbach verzeichnete sie als Kostgängerin bei Frau Brändli von Seefeld. Weil sie stets herumzog, wurde sie von dieser weggeschickt. Josepha Bühler galt als Prostituierte, obwohl sie selten in Männerbegleitung gesehen wurde. Öfters übernachtete sie in Herbergen, so in Wollishofen und in der Enge, auch gemeinsam mit einer bekannten Dirne. Im Sternen in der Enge wurde ihr deshalb das Einkehren verweigert. Der Portier der Krone bei Stadelhofen sah sie zuletzt häufig, auch spät Abends. Er wollte sie oft gefragt haben, warum sie denn auf den «Anstand» gehe.

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